Grundsätzliches

04/15/16

Happy-Meal oder 5-Gänge-Menue?

Kommunionvorbereitung in den Pastoralverbünden Dortmund Süd-West und Süd

Schlagzeilen machte Anfang des Jahres Pfarrer Thomas Frings, als er seine Pfarrstelle und sein Engagement für die Gemeinde aufgab und sich in ein Kloster zurückzog.

Westfälische Rundschau Panorama

Wenn Beten bedeutungslos wird
22.02.2016 | 05:34 Uhr

Münster. Ein Pfarrer aus Münster in Westfalen kappt von Ostern an seine Wurzeln in der Stadt. Thomas Frings (55) gibt die Leitung seiner Gemeinde ab, sein Hab und Gut wird verkauft. Dann zieht er in ein kleines Kloster nach Holland. Der im katholischen Glauben tief verwurzelte Priester hat ein Problem. Sein eigenes Engagement, seine Überzeugungen und sein tägliches Handeln in der Gemeinde passen nicht mehr zum wachsenden Bedeutungsverlust der Kirchen in Deutschland. „Ein Viertel der Eltern der Kommunionkinder gehen überhaupt nicht mehr in die Kirche. Worauf lassen die Eltern dann ihre Kinder vorbereiten? Auf etwas, was sie selbst ablehnen?“, fragt Frings und ......

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www.derwesten.de/wr/panorama/wenn-beten-bedeutungslos-wird-id11586404.html

 

Eine Erfahrung, die uns hier im Stadtbezirk nicht fremd ist und die unser Engagement für die Kommunionvorbereitung und ihre Konzepte regelmäßig in Frage stellt. Hinzu kommt, dass auch unsere Personalkapazität – an Haupt- und an Ehrenamtlichen! – deutlich schrumpft.

So überlegten wir im Pastoralteam vor den Sommerferien – wie kann sie gehen:
Die Kommunionvorbereitung, die sowohl für die Familien als auch für uns „leist-bar“ ist und die die Kinder MIT ihren Eltern wirklich hinführt auf die besondere Begegnung mit Jesus in der Kommunion.
Dabei haben wir uns auch leiten lassen von der Fragen:
-Was suchen die Menschen, was suchen die Familien, die Eltern für Ihre Kinder in unseren Gemeinden, in unserer Kirche?
- Welche Botschaft haben wir zu sagen?

Unser Konzept muss dabei Rücksicht nehmen auf die  aktuellen Rahmenbedingungen in denen Familien sich bewegen – auch was ihre Zeitreserven angeht – sowie die Tatsache akzeptieren, dass in manchen Familien die Kommunionvorbereitung die Aufgabe einer religiösen Alphabetisierung nahe kommt.

Aus diesem Grund bietet das Konzept der Erstkommunionvorbereitung 2015/16 den Familien erstmals 6 verschieden Wege der Vorbereitung an, die die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder im Glauben unterstützen sollen:
„Schatzkiste“ und „Hin zur Mitte“ entsprechen den bekannten und erprobten Gruppenstundenmodellen, wie sie auch in den letzten Jahren in unseren beiden Pastoralverbünden praktiziert wurden. 15 Kinder machten sich im November in Brünninghausen und Kirchhörde  auf den Weg „Hin zur Mitte“. 23 Kinder begaben sich in Barop und Eichlinghofen auf „Schatzsuche“.
In regelmäßigen „Weggottesdiensten“ übten seit November 42 Kinder in Begleitung ihrer Eltern die Feier des Gottesdienstes ein. Die Zahl der begleitenden Eltern stieg von Mal zu Mal an und zeigte, dass das Interesse der Eltern geweckt wurde. Natürlich haben auch viele Kinder genossen, dass Mama, Papa oder auch Oma oder Onkel und die Geschwister sie auf ihrem Weg begleitet haben.
Familien mit wenig Zeitressourcen bietet „2 mal unterwegs“ eine verdichtete Vorbereitung an zwei Wochenenden. 15 Familien trafen sich im Januar zu einem Wochenende „vor Ort“ im Gemeindehaus Hl. Familie und im Februar waren sie „unterwegs“ zum Palottihaus Olpe. Die beiden weiteren Möglichkeiten „Eltern bereiten ihre Kinder vor“ und „Kar-Und Ostertage“ fanden in diesem Jahr keinen Zuspruch. Jede Vorbereitungsform beinhaltet auch die Hinführung zur Beichte.

„Etwas tun, wovon ich überzeugt bin!“ Mit diesem kurzen Satz lässt sich die Motivation von uns im Pastoralteam beschreiben, genau diese 6 Wege zu entwickeln, zu verantworten und zu begleiten. Auf diese Weise ist es uns auch bei 95 Kommunionkindern gelungen, dass alle Familien in Kontakt mit einem Pastor oder einer Gemeindereferentin kommen, also jeweils ein konkretes Gegenüber erleben.

Unabhängig vom Vorbereitungsweg entscheiden die Familien in welcher Kirche die Kinder das Sakrament der Kommunion empfangen. Wichtig ist auch die Unterstützung der Familien durch die Gebete der Gemeinden.

Soweit zum Probelauf des neuen Konzeptes, das möglich wurde, weil wir es gemeinsam im Pastoralteam übergreifend für beide Pastoralverbünde entwickelt haben.

Klar ist uns allerdings von vorne herein gewesen:

Diese Wege können immer nur Ergänzung sein, denn letztlich kann Glaubenserziehung und Einübung in den Glauben nur in der (erweiterten) Familie erfolgen: Wenn Eltern oder Paten mit dem Kind beten, mit ihm neugierig in die (Kinder-)Bibel schauen, Kirche entdecken und kennenlernen, Gottesdienste einfach mal mitfeiern (auch wenn sie nicht alles gleich verstehen und erklären können), sich gemeinsam tragen lassen und getragen fühlen vom gemeinsamen Gebet in der Gemeinde...

Wir wünschen den Kindern und ihren Familien, dass sie im Verlauf der Kommunionvorbereitung ihre Beziehung zu Gott stärken und (neu) aufbauen können.

Dann können die verschiedenen Wege vielleicht so etwas sein, wie Appetit-Happen:
- sie sind nicht das ganze Menü, nein
- und wirklich satt, gesättigt und erfüllt werden wir davon nicht
- doch können sie den Appetit, den Hunger, die Sehnsucht auf mehr wecken
- und vielleicht schenken sie die Erfahrung: In dieser Kirche, in dieser Gemeinde  bekommt mein Glaube Nahrung, hier ist ein Platz für mich.

Jutta Hanmann

 

Einladung zur Erstkommunionvorbereitung

Hier findet sich das Einladungsschreiben, dass an alle Familien verschickt wurde, deren Kinder im PV wohnen und im Zeitraum 01.08.2007-30.09.2008 geboren sind. Diese Einladung darf gerne weiter gegeben werden, an Familien, die nicht angeschrieben wurden.

Einladung und Anmeldeformular als Download zum selber ausdrucken...